Bettemburg sagt Kippen den Kampf an

Article paru dans le Wort.lu le 21 septembre 2020. Zigarettenstummel sind nicht nur hässlich, sonder auch toxisch.

Aschenbecher neuer Art

Doch eine Firma in Frankreich kann sie recyceln. Weshalb die Bettemburger Gemeinde Aschenbecher aufstellen wird, um Kippen einzusammeln.„Dreck!“, so bezeichnet der Bettemburger Schöffe Gusty Graas (DP) die Zigarettenstummel, die in Stadt und Natur auf dem Boden zu finden sind. Laut Stéphane Herard, Direktor der Firma Shime mit Sitz in Contern, befinden sich in einer Kippe bis zu 2.400 Schadstoffe. Regnet es, gelangen diese in die Gewässer. „Eine Kippe kann bis zu 500 Liter Wasser verschmutzen“, erklärte er  am Montag auf einer Pressevorstellung.

So sehen die Aschenbecher aus, die in Luxemburg produziert werden.
So sehen die Aschenbecher aus, die in Luxemburg produziert werden.
Foto: Lex Kleren

Um dem entgegenzuwirken, werden demnächst Aschenbecher einer neuen Art in Bettemburg aufgestellt. „Es sind Aschenbecher nur für Zigarettenstummel. Sie sind so konzipiert, dass kein Regenwasser eindringen kann.“

Mit dem Staubsauger

Zweimal pro Monat wird seine Firma die Aschenbecher mit einem Staubsaugersystem entleeren. Der toxische Inhalt wird dann fachgerecht in Contern gelagert.

Sind 250 Kilogramm gesammelt, ein Kilo entspricht etwa 4.000 Kippen, wird die Fracht zu der Recyclingfirma MéGO in der Bretagne (F) transportiert.

Zehn solcher Aschenbecher sind an festen Standorten geplant.
Zehn solcher Aschenbecher sind an festen Standorten geplant.
Foto: Lex Kleren

„Sie haben es geschafft, Kippen zu 92 Prozent zu recyceln“, erklärt Stéphane Herard. Daraus wird ein Stoff hergestellt, aus dem Stadtmöbel entstehen können.

Noch dürfen sie nicht in Luxemburg aufgestellt werden, weil das Umweltamt erst prüfen muss, ob davon keine Gefahr mehr ausgeht. Erhält die Firma grünes Licht, könnten zum Beispiel Stehbänke für Raucher entstehen.

 

Diese Stehbank besteht zum Teil aus recycelten Zigarettenstummel.
Diese Stehbank besteht zum Teil aus recycelten Zigarettenstummel.
Foto: Lex Kleren

„Dann sehen Raucher, dass es sich lohnt, die Zigarettenstummel einzusammeln“, so Stéphane Herard. Der Vertrag mit der Eisenbahnerstadt gilt drei Jahre lang.

Bereits am Flughafen

Aktuell gibt es bereits solche Aschenbecher in Privatbetrieben, wie bei PWC oder am Flughafen. „Wir sammeln gut 350 Kilo pro Jahr.“ Überzeugen konnte Herard neben Bettemburg auch die Verantwortlichen der Gemeinden Schifflingen und Düdelingen, die ähnliche Kippenkollektoren aufstellen werden.

Jeweils zehn größere sind in den drei Gemeinden an festen Stellen geplant. Sie werden hierzulande, vom Betrieb Berl, ebenfalls aus Contern, hergestellt.

Daneben gibt es noch mobile Aschenbecher, die bei Veranstaltungen eingesetzt werden können. Der genaue Investitionspreis für Bettemburg steht noch nicht fest.

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